Oberösterreich zeigt vor, wie autonomer Gütertransport allwettertauglich wird

600 Meter ist die Strecke zwischen dem Logistikzentrum von DB Schenker Österreich und dem Unternehmen BRP-Rotax in Gunskirchen lang, auf dem ein fahrerloser Transporter mit allwettertauglicher Sensorik getestet wird. © DigiTrans GmbH
600 Meter ist die Strecke zwischen dem Logistikzentrum von DB Schenker Österreich und dem Unternehmen BRP-Rotax in Gunskirchen lang, auf dem ein fahrerloser Transporter mit allwettertauglicher Sensorik getestet wird. © DigiTrans GmbH

29.01.2021

Autonomes Fahren muss bei jedem Wetter funktionieren und sicher sein, nicht nur bei Sonnenschein, sondern auch bei Regen, Schnee oder Nebel. „Oberösterreich wird einmal mehr als Testregion für Autonomes Fahren auch international sichtbar, wenn es darum geht, autonomen Güterverkehr allwettertauglich zu machen. Auf einer Teststrecke in Gunskirchen wird in den kommenden drei Jahren der Einsatz eines fahrerlosen Elektrotransporters auch im öffentlichen Raum getestet – und das bei jeder Witterung. Dieses Forschungsprojekt wird von der EU mit 2,85 Mio. Euro gefördert“, zeigt sich Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner erfreut. Beteiligt an diesem Projekt mit dem Titel AWARD, das in Österreich von der Testregion DigiTrans GmbH geleitet wird, sind die beiden Unternehmen BRP-Rotax GmbH & Co KG und DB Schenker Österreich.

Konkret geht es um eine Strecke von rund 600 Metern zwischen dem Logistikzentrum von DB Schenker Österreich und dem Motorenhersteller BRP-Rotax in Gunskirchen. „Wo jetzt noch mehrmals täglich ein klassischer Lkw verkehrt, soll bis 2023 ein fahrerloser Elektro-Transporter mit Testzulassung unterwegs sein, egal ob es regnet, schneit, sonnig oder nebelig ist. Die Herausforderung ist, dass die notwendigen Sensoren bei jedem Wetter funktionieren, damit Autonomes Fahren auch in jeder Situation sicher ist“, erläutert Landesrat Achleitner. „Autonomes Fahren ist ein zentrales Zukunftsfeld im Bereich der Mobilität. Oberösterreich hat sich hier auf den Bereich Autonomer Gütertransport fokussiert. Mit diesem Projekt zeigen wir neuerlich als Testregion für automatisierten Güterverkehr auf. Namhafte Hersteller und Zulieferer können so von unserem heimischen Know-how profitierten“, unterstreicht Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner.

„Wir sehen die Mitarbeit in dem AWARD-Projekt als Möglichkeit, unser Unternehmen für die Zukunft aufzustellen und die Innovationsregion Oberösterreich aktiv mitzugestalten. Durch den Einsatz eines fahrerlosen Elektro-LKW erzielen wir langfristig eine Reduktion unserer CO2-Emissionen und erhöhen die Flexibilität in unserem Produktionsprozess“, betont Wolfgang Rapberger, General Manager von BRP-Rotax in Gunskirchen.
 

Testen bei widrigen Wetterbedingungen

Im Rahmen des Projektes rüstet DigiTrans auch ihre Teststrecke in St. Valentin massiv auf, um an verbesserten Sensoren forschen zu können. Künftig wird man mit einer in Europa einzigartigen Outdoor-Regenanlage unterschiedliche Niederschlagsmengen und Tropfengrößen real simulieren können. Geplant ist auch eine Hub-Zone zum Testen von unterschiedlichen Logistikszenarien und Andockmanövern. Ebenso sind bereits einzelne Streckenabschnitte mit unterschiedlicher Fahrbahnbeschaffenheit sowie ein Offroad-Bereich speziell für das Testen von rauen Fahrbahnbedingungen eingerichtet worden.
 

Herausforderung öffentliche Straßen

Eine große Herausforderung im Projekt liegt nicht nur in den automatisierten Ein- und Ausfahrtsprozessen an den Geländetoren, sondern auch am Eintritt in den öffentlichen Verkehrsraum. Ein Teil der Teststrecke in Gunskirchen liegt auch im öffentlichen Raum.
 

Breite Basis für das Forschungsprojekt

„Mit dem LCM - Linz Center of Mechatronics, der Fachhochschule OÖ, der AustriaTech, dem AIT – dem Austrian Institute of Technology und der oö. Standortagentur Business Upper Austria haben wir starke österreichische Partner im Boot. So können 2,85 Mio. Euro vom Gesamtprojektvolumen von 20 Mio. Euro an EU-Fördergeldern für die Weiterentwicklung von automatisierter Güterlogistik nach Österreich geholt werden“, erklärt Eva Tatschl-Unterberger, Geschäftsführerin der Testregion DigiTrans GmbH. Eingebunden sind auch LKW-Hersteller, Zulieferer, Endanwender, Transport- und Logistikanbieter, Industrieunternehmen, Logistiker sowie Flughafen- und Hafenbetreiber.
 

Über das Projekt AWARD

29 Partner aus zwölf Ländern arbeiten unter der Konsortiumsleitung von easymile im Projekt AWARD zusammen, um autonome Transportfahrzeuge für Logistikanwendungen allwettertauglich und damit breiter nutzbar zu machen. Dafür werden Anwendungsbeispiele auf dem Flughafen Oslo, im Hafen Rotterdam, innerhalb des Linde-Werks im deutschen Aschaffenburg sowie bei BRP-Rotax und DB Schenker in Gunskirchen umgesetzt. Gefördert wird AWARD im Rahmen des europäischen Forschungs- und Innovationsförderprogramms HORIZON 2020.
 

Über die Testregion DigiTrans

  • Die DigiTrans GmbH baut eine Testregion für automatisierten Güterverkehr und den Einsatz von automatisiert fahrenden Nutz- und Sonderfahrzeugen auf, die für automotive Unternehmen als Reallabor zum Testen ihrer Entwicklungen gedacht ist. 
  • Sie wurde im März 2018 gegründet und setzt das FFG-Projekt „Testregion Digitrans“, in dem es um automatisiertes Fahren im Logistikbereich sowie automatisiert fahrende Nutz- und Sonderfahrzeuge geht, operativ um.
  • Der von der oö. Standortagentur Business Upper Austria gegründete Verein DigiTrans ist aktuell an der GmbH mit zehn Prozent beteiligt, die Engineering Center Steyr GmbH & Co KG, die HÖDLMAYR INTERNATIONAL AG, REFORM-WERKE BAUER & CO Gesellschaft m.b.H., FH OÖ Forschungs & Entwicklungs GmbH, AIT Austrian Institute of Technology GmbH sowie LCM – Linz Center of Mechatronics GmbH halten jeweils 15 Prozent der Anteile.

 



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