Starker Umsatzrückgang und striktes Kostenmanagement in der Corona-Krise

Rheinmetall Automotive im ersten Halbjahr 2020

© Rheinmetall Automotive
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26.08.2020

Die Rheinmetall Automotive AG konnte sich im ersten Halbjahr 2020 den negativen Auswirkungen der globalen Krise in der Automobilindustrie nicht entziehen und verzeichnete einen Umsatzrückgang um 34 % auf 956 Mio EUR (Vorjahr: 1.440 Mio EUR). Währungsbereinigt sank der Umsatz um 33 %. Die globalen Fertigungszahlen von Light Vehicles gingen gemäß den Angaben von IHS Markit Vehicle Production Forecast (Update vom 4. August 2020, Fahrzeuge unter 6t) im ersten Halbjahr 2020 im Vorjahresvergleich um 33% zurück.

Dazu Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG: „Bei Automotive waren wir wie die gesamte weltweite Automobilbranche insbesondere im zweiten Quartal von den massiven Produktionsrückgängen und der allgemeinen Marktschwäche betroffen. Mit einem strikten Kostenmanagement ist es uns aber gelungen, die krisenbedingten Auswirkungen deutlich einzugrenzen. Daran halten wir fest. Die Situation im Unternehmensbereich Automotive bleibt nach wie vor sehr herausfordernd, aber wir werden in den kommenden Monaten alles daran setzen, uns beim operativen Jahresergebnis dem Break-even so weit wie möglich zu nähern und das Geschäft in den Folgejahren wieder positiv zu entwickeln.“

Automotive schloss die ersten sechs Monate 2020 in Folge des krisenbedingten Umsatzrückgangs mit einem operativen Ergebnis von -41 Mio EUR ab, nach 102 Mio EUR im ersten Halbjahr 2019. Die operative Marge betrug -4,3 % (Vorjahr: 7,1 %). Das berichtete Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im ersten Halbjahr 2020 mit -341 Mio EUR ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreswert von 104 Mio EUR, was größtenteils aus den im zweiten Quartal 2020 erfassten Wertminderungen in Höhe von 300 Mio EUR resultiert.

Ausschlaggebend für die negative Entwicklung des operativen Ergebnisses war vor allem der krisenbedingt fehlende Umsatz im zweiten Quartal 2020, der sich – aufgrund des zeitweise nahezu vollständigen Stillstands der Automobilproduktion in Europa und Nordamerika – um mehr als die Hälfte (53 %) gegenüber dem Vorjahreswert reduzierte. Dieser Entwicklung steuerte die Unternehmensführung durch ein striktes Kostenmanagement entgegen. Durch umfangreiche und schnell wirkende Maßnahmen konnte die negative Ergebnisentwicklung im Automotive-Bereich in ihrer Höhe deutlich abgemildert werden. Zur Sicherung der Liquidität wurden zudem die Nettoinvestitionen im ersten Halbjahr um 40 % gegenüber dem Vorjahr reduziert.

Die Division Mechatronics erreichte im ersten Halbjahr 2020 Umsatzerlöse von 520 Mio EUR. Der Umsatz lag damit um 288 Mio EUR oder 36 % unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Das operative Ergebnis der Division verringerte sich infolge des Umsatzrückgangs auf -15 Mio EUR, nach 66 Mio EUR im Vorjahr.

Die Umsatzerlöse der Division Hardparts lagen im ersten Halbjahr 2020 mit 332 Mio EUR um 172 Mio EUR oder 34 % unter dem Vorjahreswert. Trotz der beschriebenen Maßnahmen zur Kosten-reduktion betrug das operative Ergebnis der Division Hardparts -29 Mio EUR und lag somit um 51 Mio EUR unter dem Vorjahreswert.

In der Division Aftermarket reduzierten sich die Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26 Mio EUR oder 15 % auf 150 Mio EUR. Das operative Ergebnis der Division betrug 6 Mio EUR. Dieser Rückgang um 11 Mio EUR gegenüber dem Vorjahreswert von 17 Mio EUR wurde sowohl durch geringere Umsätze als auch durch die erstmalige Zuordnung von Aktivitäten im Bereich Mikromobilität zur Division Aftermarket verursacht.

In China konnten die dortigen Joint-Venture-Gesellschaften, die in den Umsatzzahlen des Unternehmensbereichs Automotive nicht enthalten sind, nach dem frühzeitigen Corona-bedingten Umsatzeinbruch im ersten Quartal 2020 ihre Umsätze im Zuge der Erholung der chinesischen Automobilkonjunktur im zweiten Quartal wieder steigern. Im ersten Halbjahr 2020 erreichten die Gesellschaften einen Umsatz von 393 Mio EUR und lagen damit 14 % unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich dazu ging die Produktion von Light Vehicles in China im gleichen Zeitraum um 22 % zurück.

Ausblick

Im Unternehmensbereich Automotive sind die Auswirkungen der CoronaKrise auf die Endkundennachfrage, die Produktionszahlen der Automobilhersteller und auf die globalen Lieferketten weiterhin nicht verlässlich prognostizierbar. Ein an die veränderte Marktsituation angepasster Umsatz- und Ergebnisausblick für das Gesamtjahr 2020 ist unter den gegebenen Unsicherheiten weiterhin nicht möglich. Unter der Voraussetzung, dass ein erneuter Lockdown ausbleibt, wird für den Bereich Automotive aus heutiger Sicht ein operatives Jahresergebnis zwischen -30 Mio EUR und Break-even angestrebt.

www.rheinmetall-automotive.com