Lkw im Platoon

Wohin geht die Reise?

© Connecting Austria 2018
© Connecting Austria 2018
Dynamic risk-rated-map © Andata 2019
Dynamic risk-rated-map © Andata 2019

29.10.2020

Connecting Austria startete im Jänner 2018 mit der Frage, welche Voraussetzungen für einen kooperativen Level 1-Lkw-Platoon nötig sind, um sicher von A nach B zu kommen. Spannende Zwischenergebnisse geben einen Ausblick, wohin es weiter mit dem Thema Lkw-Platooning geht.

Ein erstes wichtiges Ergebnis aus Connecting Austria ist eine Antwort auf die Frage: Welche Potenziale hat das Platooning bezüglich Fahrzeugeffizienz durch Windschatteneffekte? Die Abschätzung der Treibstoffersparnis basiert auf CFD-Simulationen des Projektpartners Virtual Vehicle, wobei die Simulationsergebnisse mittels Messfahrten am ungarischen Testgelände Zalazone validiert wurden. In einem Platoon aus drei Lkw errechnete das Projektteam eine Einsparung von ca. zehn Prozent bei einem Abstand von 6,7 Metern zwischen den Lkw. Bei einem Abstand von 15 Metern zwischen den Lkw ergibt sich eine Treibstoffersparnis von 7,5 Prozent. Die Ersparnis der einzelnen Lkw variiert bei 6,7 Metern Abstand zwischen sieben und 13 %, bei 15 Metern zwischen einem und elf Prozent.
 

Eignung des Autobahnnetzes

Welche Strecken des österreichischen Autobahnnetzes können im Platoon (zwei bis maximal drei Lkw) befahren werden? Die Antwort auf diese Frage gibt Projektpartner ANDATA in einer sogenannten „Dynamic risk-rated-map“ (Bild). Je nach Parametern wie Auffahrten, Abfahrten, Brücken oder Tunnel wurden in unterschiedlichen Szenarien Zonen definiert, in denen Platooning erlaubt bzw. nicht erlaubt ist. So ergibt sich für das österreichische Autobahnnetz eine Klassifizierung, die zur dynamischen Verkehrssteuerung verwendet werden kann. Diese enthält zusätzlich künftige Parameter wie die Belastung für den Straßenoberbau, Wetter, Verkehrsstärke, Umwelt, etc.


Neue Fragestellungen

Während des Projekts haben sich neue Fragestellungen ergeben. Zum Beispiel, ob ein Platoon den Straßenoberbau der ASFINAG überproportional belasten würde und daher Platooning in Frage zu stellen sei. Die Ergebnisse dazu gibt es in Kürze im Ergebnisbericht der ASFINAG. Themen zu C-ITS sowie Lkw-Platooning und Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern behandelt das nationale Projekt COPE – Collective Perception ab 1. Oktober 2020. Die Connecting Austria-Ergebnisse zum Lkw-Platooning werden in zwei EU-Projekten fortgeführt, die im Oktober 2020 und Jänner 2021 starten.
 

Weitere Projekte geplant

Die Notwendigkeit von Verkehrssimulationen und digitalen Karten als Abbildung der Realität hat sich in vielen Fragen rund um Verkehrseffizienz und -sicherheit gezeigt. Dahingehend wird ein Projekt einen Digitalen Zwilling für österreichische Autobahnen erarbeiten, der als Basis für die Zukunft des automatisierten Fahrens dienen wird. Ergänzend zu den erwähnten Projekten wird Lkw-Platooning im Testfeld zu automatisiertem Fahren – „DigiTrans“ – eine wesentliche Rolle spielen.


Connecting Austria

Projektdauer: 36 Monate
Projektstart: 1. Jänner 2018
Projektbudget: 4,3 Mio. Euro
Projektförderung (BMK): 2,5 Mio. Euro

Kontakt:
Dr. Wolfgang Schildorfer
FH OÖ Forschungs & Entwicklungs GmbH, Logistikum
wolfgang.schildorfer@fh-steyr.at
www.connecting-austria.at