Länderüberblick über die Marktsituation

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30.03.2020

Mobilität hört für uns selbstverständlich nicht an der österreichischen Grenze auf. Es ist daher von großer Bedeutung zu wissen, wie sich die aktuelle Situation auf Länder auswirkt, die die Automobilbranche stark dominieren.

USA

Während der Fahrzeugmarkt in China schon zu Beginn der Corona-Krise für starke Umsatzeinbußen sorgte, hofften die USA noch, dass finanzielle Engpässe durch den Nachfragestau ausgeglichen werden könnten. Innerhalb weniger Wochen änderte sich die Situation jedoch drastisch.

Neben der rückläufigen Fahrzeugnachfrage sind es nun auch Störungen und Ausfälle in der Lieferkette, die die Automobilbranche in den USA in Verzug bringen. Schätzungen von Experten prognostizieren einen Rückgang der Autoverkäufe von bis zu 20 % für das Jahr 2020. Die Zahlen des „Center for Automotive Research“, eines der führenden Forschungsinstitutionen der Branche, lassen wenig Spielraum für Zuversicht: In jeder Woche, in der Konsumenten keine neuen Fahrzeuge kaufen, entfallen in den USA rund 94.400 Arbeitsplätze und damit ein Gesamtverdienst von 7,3 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich fallen die zahlreichen Absagen wichtiger Veranstaltungen ins Gewicht. Fahrzeughersteller mussten reagieren und legten zum Teil die gesamte Produktion still. Werke von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) bleiben voraussichtlich bis 14. April geschlossen. Ford plant eine Wiederaufnahme der Produktion am 6. April, allerdings unter strengen Sicherheitsmaßnahmen für Arbeitnehmer. General Motors will die Stilllegungen, die sich auf ganz Nordamerika ausdehnen, Woche für Woche aufs Neue bewerten, um einen Zeitplan für den Neustart der Produktion zu entwickeln. Von stillgelegten Werken betroffen sind weiters Volkswagen of America, Daimler und Toyota.

Quelle: WKO – AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA

Hilfreiche Links:
>> Außenwirtschaft Automotive
>> Gesamtüberblick USA

 


 

Frankreich

Von einem Neubeginn und euphorischer Aufbruchstimmung ist man in Frankreich noch meilenweit entfernt. Zahlreiche große Werke haben ihre Produktion vorerst eingestellt: Renault mit zwölf Standorten, das Toyota-Werk Onnaing und die PSA-Gruppe mit Peugeot, Citroen, DS und Opel. Die Pannendienste und Reparaturwerkstätten der LKW-Tochtergesellschaft des Volvo Renault Trucks-Konzern bleiben jedoch weiterhin offen, da sie aktuell für die Versorgung von Gesundheitseinrichtungen unverzichtbar sind. PSA hat ebenfalls bekannt gegeben, dass der Geschäftsbereich „Aftermarket“ von den Schließungen nicht betroffen ist. Außerdem sind der PSA-Standort Vesoul sowie die meisten Vertriebsplattformen weiterhin in Betrieb. Ein Pressestatement von PSA zeigt, dass die Sicherheit der Mitarbeiter und Kunden aktuell Vorrang hat: "Die Gruppe verfolgt die Situation sehr genau und wird ihre Politik in diesem Bereich täglich neu bewerten, wobei ihre erste Priorität der Schutz ihrer Mitarbeiter und Kunden durch die Umsetzung außergewöhnlicher Maßnahmen in unseren Werkstätten ist: das Tragen von Handschuhen, die Einhaltung eines Sicherheitsabstandes zwischen den Personen, auch bei Kundenschlangen, und die Verpflichtung, jeweils nur einen Kunden an der Rezeption zu empfangen."

Hilfreiche Links:
>> Außenwirtschaft Frankreich
>> Neue Regelungen Transporte in Frankreich
>> Grenzwartezeiten in Echtzeit