Hochlaufphase für Zulieferer

© Business Upper Austria
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08.06.2020

Der Automobilbranche stehen die nächsten ein bis zwei Jahre keine rosigen Zeiten bevor, so lautet der Tenor. Der Blick in Richtung China zeigt: Es muss nicht so kommen. Im Webinar „Hochlaufphase für Zulieferer unter Einbeziehung der Strategien von OEM/Tier-1“ des Automobil-Clusters wurden wirksame Maßnahmen vorgestellt, um weiterhin im Spiel zu bleiben. Rund 45 Teilnehmer ließen sich die virtuelle Veranstaltung nicht entgehen.

„Die letzten Wochen waren eine Zäsur für die Automobilwelt.“ Damit begann Cluster-Manager Florian Danmayr die Veranstaltung, machte aber schnell deutlich, dass aktuell nicht die Zeit ist, um den Kopf in den Sand zu stecken. „Wir müssen den Blick positiv nach vorne richten, um in dieser herausfordernden Zeit die bestmöglichen Entscheidungen treffen zu können.“ Aus diesem Grund wurde das Webinar, das von Key Account Manager Farhad Frederic Hadjari und Projektmanager Stefan Hopfer organisiert wurde, ins Leben gerufen. Es sollte beleuchtet werden, wie nach diesem noch nie dagewesenen Shutdown die Hochlaufphase vonstattengehen kann. Austausch, Netzwerken und Zusammenrücken seien jetzt besonders wichtig.
 

China als Vorreiter
Dass es wirksame Strategien gäbe, zeigten die Keyspeaker Christian Schaupp und Maximilian Mrstik von der EFS Unternehmensberatung GesmbH. Schaupp machte bereits zu Beginn klar, dass er bereits ein paar Silberstreifen am Horizont der Automobilbranche erblicken konnte. China macht es vor. Deren Zahlen sind im Automotive-Bereich dramatisch besser und erinnern bereits an die Vor-Corona-Zeit. „Ganz offensichtlich erholt sich der größte Automobilmarkt der Welt sehr gut. Europäische Unternehmen, die in China bis zu einem Drittel ihres Umsatzes machen, können daraus Mut schöpfen. Ich glaube nicht, dass es bis 2024 dauern wird, bis sich die Zahlen auch in Europa deutlich bessern, sondern dass wir wesentlich schneller die 70 bis 80 Prozent Auslastung erreichen.“ betont Christian Schaupp, Geschäftsführer von EFS und seit mehr als 27 Jahren in Projekten internationaler Fahrzeughersteller eingebunden.
 

Positionierung als verlässlicher Partner
Im Zuge der COVID-19-Pandemie verändert sich der Blickwinkel der OEMs wodurch neue Herausforderungen und Chancen für Zulieferer geschaffen werden. OEMs werden künftig ihre Sourcing-Strategien anpassen und verstärkt auf Multiple Sourcing setzen sowie die Austauschbarkeit fördern, d.h. den Austausch von Zulieferern nicht nur im Ausnahmefall, sondern als Standard einsetzen.

Für Zulieferer sieht EFS Unternehmensberatung GesmbH zwei wesentliche Maßnahmen: die Positionierung als Long-Term Reliable Partner, um unter anderem durch das Nutzen eigener Entwicklungsfähigkeiten eine Single-Source zu bleiben, sowie aktives Business Continuity Marketing.

Die Positionierung als Long-Term Reliable Partner kann dadurch erfolgen, dass Transparenz entlang der gesamten Lieferkette geboten wird, Resilienz sowie eine eigene Modularität für das Sortiment aufgebaut wird. Dazu müssten auch die eigenen Prozesse einer Überprüfung standhalten. Unternehmen, die als starke Partner in den Bereichen Engineering und R&D gelten, können diese Differenzierungsmerkmale für sich nutzen: durch die Beherrschung spezieller Technologien für eine bessere Verhandlungsbasis, durch das Erschließen neuer Absatzkanäle und Märkte sowie durch die Positionierung als „Hidden Champion“. Gerade im letzten Punkt ist der Standort Österreich sehr stark und weltweit anerkannt. Trotz der vorherrschenden Kernkompetenzen der heimischen Unternehmen sollte der Fokus auch auf der Skalierbarkeit der Produkte liegen.
 

Transparenz schafft Vertrauen
Im Zuge des Business Continuity Marketing sollten Zulieferer verstärkt ein Augenmerk auf ein aktives Kommunizieren des Images bzw. des Gesundheitszustands des Unternehmens legen, Erfolge aktiv vermarkten und durch transparente Kommunikation Vertrauen schaffen. Das Risiko, dass OEMs nach alternativen Zulieferern suchen, kann damit reduziert werden.

Laut EFS Unternehmensberatung wird die Umsetzung die Zukunft und den Fortbestand als erfolgreicher Zulieferer sicherstellen und kann als Door Opener für Start-up OEMs und Akquisition bei Tier 0,5 dienen. Letztgenannte sind nicht selten die Entscheider, wenn es um die Vergabe der Beschaffungsumfänge der neuen OEMs aus dem Start-up Bereich geht.

Mehr Informationen zu EFS Unternehmensberatung GmbH: www.efs.consulting