Der direkte Draht zum Kunden: Neue Formate für OEM-Kontakte

© FAW Jiefang
© FAW Jiefang

27.10.2020

Klassische Vertriebswege stehen seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie vor großen Hürden. Doch gerade jetzt gilt es, den Kontakt zum Kunden nicht zu verlieren. Der Automobil-Cluster hat im vergangenen halben Jahr daher zahlreiche Netzwerkevents organisiert, um den heimischen Zulieferern Kontakte und Zugang zu OEMs weiter zu ermöglichen.

Erst Mitte September fand das Netzwerkevent mit einem der größten chinesischen Nutzfahrzeughersteller, FAW Jiefang, als Webinar statt. Interessierte Unternehmen konnten sich zu Gesprächen mit dem chinesischen Hersteller anmelden. Sechs Unternehmen nutzten die Gelegenheit, um Informationen aus erster Hand von FAW Jiefang Austria zu erhalten. Der Fokus der Gespräche lag auf den Themen „vehicle tests“, „CAE simulation“ und „software control systems“.
 

Erfolgreicher Kick-off

Alexander Luger, Key Account Manager bei Magna Powertrain in St. Valentin, war sehr zufrieden mit der Veranstaltung: „Wir haben beim Termin bereits bekannte und neue Kontakte kennengelernt und waren dadurch bestätigt, dass wir die richtigen Ansprechpartner für die Fachthemen von FAW Jiefang getroffen haben. Weiterführende Gespräche wurden noch am selben Tag mit FAW Jiefang vereinbart.“ Auch AVL nahm an dem Netzwerktermin teil und will sich künftig noch mehr im Cluster einbringen. AC-Projektmanager Frederic Hadjari zieht als Fazit: „Es waren offensichtlich genau die richtigen Gesprächspartner anwesend. Aus dem allgemeinen Feedback schließe ich, dass der Event für alle Teilnehmer erfolgreich verlaufen ist.“ FAW Jiefang selbst zeigte sich davon beeindruckt, dass die Unternehmen sehr gut auf den Termin vorbereitet waren, sodass bei den Gesprächen sofort in Details eingestiegen werden konnte. Derzeit planen die jeweiligen Teams bereits die Folgetermine.
 

Chinesischer Gigant in Steyr

FAW Jiefang ist erst vor einem Jahr Mitglied des Automobil-Clusters geworden. Das chinesische Unternehmen plant in Steyr sein erstes Entwicklungszentrum in Europa. Das wird heimischen Zulieferern einen neuen Zugang zum chinesischen Markt eröffnen und gleichzeitig erleichtern. Der Mutterkonzern in Asien von FAW Jiefang gehört zu den 125 größten Unternehmen der Welt und erreichte im Geschäftsjahr 2018 ein Exportvolumen von 3,5 Millionen Fahrzeugen. Die Lkw-Sparte FAW Jiefang beschäftigt rund 25.800 Mitarbeiter und baut 336.000 Schwerfahrzeuge pro Jahr. Der Umsatz wird mit umgerechnet acht Milliarden Euro beziffert.


Weiterer OEM aus China

„Die Partnerunternehmen des AutomobilClusters bei Internationalisierungsaktivitäten proaktiv zu unterstützen, ist eine wesentliche Säule unserer Aktivitäten. Internationale Lieferanteninnovationstage bei Fahrzeugherstellern sind unser Format dazu. Diese haben wir wegen COVID-19 heuer sehr rasch auf Online-Formate umgestellt“, betont Florian Danmayr, Manager des Automobil-Clusters. Das nächste Webinar steht am 22. Oktober auf dem Programm. Beim Netzwerkevent mit Great Wall und Siemens Digital Industries Software geht es um Informationen über die strategische Ausrichtung von Great Wall und Ansatzpunkte für bilaterale Beziehungen zu Great Wall Austria.
 

Fokus E-Mobilität

Great Wall Motor (GWM) ist Chinas größter SUV-Hersteller mit mehr als 80.000 Mitarbeitern weltweit. Das Unternehmen investiert umfangreich in Forschung und Entwicklung. Erst vor kurzem hat Great Wall Austria südlich von Wien in Kottingbrunn ein Forschungs- und Entwicklungszentrum errichtet. Der Fokus liegt auf der Entwicklung elektrischer Antriebssysteme für Hybrid- und batterieelektrische Fahrzeuge. Beim Netzwerktreffen am 22. Oktober stehen daher auch die Themen Elektromobilität sowie Software und Kontrollsysteme im Mittelpunkt.


Innovatives Format

Mit der Innovationsplattform „click&meet“ hat der Automobil-Cluster außerdem ein völlig neues Format als Neuauflage der Lieferanteninnovationstage entwickelt. Es ermöglicht Zulieferern einen gezielten, virtuellen Kontakt zu potenziellen Kunden. Durch die Förderung aus den Mitteln der Leitinitiative Digitalisierung des Landes Oberösterreich, reduzieren sich die Teilnahmegebühren für die Cluster-Partner erheblich. Ebenso fallen sämtliche Wege weg, ganz nebenbei lässt sich so ein Beitrag für die Umwelt leisten. Aussteller können sich auf der Plattform in eigens kreierten virtuellen Räumen präsentieren und ihre Unterlagen zur Verfügung stellen. Auch bilaterale Gespräche sind als Videochat möglich.


Umweltfreundliche Fahrzeuge

Erster Gastgeber am 13. November ist Renault-Nissan. Alle Zulieferer mit Lösungen zu den Themen Nachhaltigkeit und grüne Fahrzeugtechnologien haben die Chance, ihr Angebot direkt im Entwicklungszentrum von Renault-Nissan virtuell zu präsentieren. Der Fokus wird dabei auf Sustainability und Green Vehicle Technologies liegen. Stephane Lasfargue, Leiter des Departments Co-Innovation and Sustainable Development, erläutert die Umweltstrategie der Renault-Group: „Als Autobauer müssen wir den ökologischen Fußabdruck unserer Produkte und Aktivitäten so weit wie möglich begrenzen, um die Probleme der globalen Erwärmung, der Luftqualität und der zunehmenden Verknappung natürlicher Ressourcen anzugehen. Die Veranstaltung mit dem Automobil-Cluster kann uns dabei unterstützen, die Ziele zu erreichen.“

www.automobil-cluster.at/veranstaltungen