Baustellen unter Strom

Baumaschinenhersteller Wacker Neuson hat umfangreiche Expertise in elektrifizierten Baumaschinen und unterstützt das Projekt „maxE“. © Wacker Neuson
Baumaschinenhersteller Wacker Neuson hat umfangreiche Expertise in elektrifizierten Baumaschinen und unterstützt das Projekt „maxE“. © Wacker Neuson

15.12.2022

Das Projekt „maxE“ will den täglichen Energiebedarf von Groß- und Tagesbaustellen mit batterieelektrischen Fahrzeugen und Maschinen decken. Gleichzeitig soll das öffentliche Stromnetz „geschont“ werden. Gelingen soll das mit einem Pufferspeicher, den Miba Battery Systems baut.

Ziel ist die Entwicklung und Demonstration einer Sektorkopplung, die die elektrische Energieversorgung und -speicherung für mobile und stationäre Mobilitätsanwendungen umfasst. Gleichzeitig muss die Spannungsqualität am Anschluss zum öffentlichen Stromnetz gewährleistet sein. Dies ist notwendig, da vor allem Kräne viel Strom benötigen und es daher im regionalen Stromnetz rund um die Baustelle oft zu Störungen kommt. Auch das grundsätzliche Problem der nicht vorhandenen Stromversorgung auf Baustellen soll im Projekt „maxE“ gelöst werden. Durch den Einsatz von elektrifizierten Baumaschinen und -fahrzeugen sowie eines elektrifizierten Fuhrparks der Baufirmen werden natürlich langfristig auch Treibhausgas-, Lärm und Feinstaubemissionen reduziert. Letztlich sollen Baustellen unabhängig vom öffentlichen Netz mit Strom versorgt werden können.
 

Pufferspeicher-Prototyp

Die Arbeiten im Projekt sind bereits fortgeschritten. Messungen an einem Kran hat das Projektteam schon durchgeführt, als nächstes stehen die Messungen am Stromnetz bzw. die Auswirkungen des Kranbetriebs auf das Netz an. Miba Battery Systems baut derzeit an einem ersten Pufferspeicher. Die Anforderungen, die Baumaschinen an einen solchen Speicher stellen, wurden im Herbst spezifiziert. Das Bauunternehmen Swietelsky wünschte sich, dass die Baumaschinen in der Mittagspause und über Nacht aufgeladen werden und gab die Art der Ladestecker, Ladekapazität sowie den Wunsch nach einer Schnellladefunktion bekannt. Dabei stützen sich die Projektpartner auf die Expertise des Baumaschinenherstellers Wacker Neuson, der bereits zahlreiche elektrifizierte Maschinen auf den Markt gebracht hat.
 

Laden mittels PV

„Wichtig für den realen Baustelleneinsatz ist, dass der Pufferspeicher während eines Tages und einer Nacht vollständig geladen werden kann“, erklärt AC-Projektmanager Matthias Koller. „Somit ist eine Baustelle vollständig elektrisch arbeitsfähig, wenn zwei Pufferspeicher vorgesehen werden: Einer steht auf der Baustelle, der andere am Bauhof zum Aufladen. Diese werden tageweise getauscht.“ Laden über eine Photovoltaikanlage am Bauhof soll ebenfalls möglich sein. Die Ergebnisse des Projekts „maxE“ sollen auch für andere, überwiegend temporäre Großverbraucher anwendbar und reproduzierbar sein und dazu beitragen, die Stromqualität insgesamt zu sichern sowie die Netzstabilität durch neue emissionsfreie Mobilitätsformen zu verbessern.
 



maxE – Ladeinfrastruktur für maximale Elektrifizierung auf Baustellen

Das Projekt wird vom Klima- und Energiefonds im Rahmen des Programms Zero Emission Mobility gefördert.

Projektpartner:

  • Miba Battery Systems GmbH (vormals Voltlabor GmbH)
  • Swietelsky AG
  • Energieinstitut der JKU Linz
  • Netz Oberösterreich GmbH
  • ConPlusUltra GmbH
  • Automobil-Cluster OÖ