
Die Qualitätsmanagementnorm ISO 9001 feiert heuer ihr 20jähriges Jubiläum. „Die Ausstellung von einer Million Zertifikate weltweit ist ein klares Indiz dafür, dass die Schnäppchenjagd ein Ende hat. Service und Qualität sind heute wichtiger als der Preis“, so Konrad Scheiber, Geschäftsführer der Quality Austria im Rahmen des Qualitätstages. Das aktuelle Qualitätsbarometer aus Deutschland zeige diesen Trend bei den Konsumenten auf. Eine Untersuchung des Management Centers Innsbruck belegt, dass erfolgreiche Unternehmen 2,5 Mal so häufig über einen unternehmensweiten Einsatz von Qualitätsmanagement berichten, als nicht so erfolgreiche. Als Parameter wurde hier der Gewinn heran gezogen. Weltweit hat Quality Austria über 9.500 Zertifikate ausgestellt, davon entfallen 7000 auf das Erfolgsmodell ISO 9001. Vor allem im KMU-Bereich ortet Scheiber großes Potenzial: „Das Thema wird auch hier immer wichtiger. Wir sehen, dass es derzeit viele „hidden champions“ gibt, die qualitativ hochwertige Leistungen bringen."
Führung und Prozessmanagement als Erfolgsfaktoren
Qualitätsorientierte Führung ist laut Franz-Peter Walder, Vorstand der Austrian Foundation for Quality Management, die Grundlage für die Bewältigung aktueller und zukünftiger Herausforderungen. „Um qualitätsorientiert führen zu können, sollten wir Erfahrungen selektiv nutzen, unsere Tagesarbeit mit System regeln und Ziele und Handlungen wirkungsvoll verbinden“, nennt Walder einige der wesentlichen Erfolgsfaktoren.
Das mehrfach ISO-zertifizierte, international agierende Hightech-Unternehmen Wild setzt auf optimierte Prozesse, um den Unternehmenserfolg nachhaltig zu steigern. „Seit der Einführung einer neuen Prozessorganisation steht der Kunde bei uns noch mehr im Mittelpunkt“, so der Geschäftsführer Thomas Jost. „Mit dem neuen Prozessmodell ist es uns gelungen, allein der der Sparte Luftfahrt den Umsatz zu verdoppeln.“
Integration von Qualitätsmanagement entscheidend
Genauso wie Unternehmen brauchen auch Marken spezifische Qualitäten, die es gezielt und mit Nachdruck sowie einer professionellen Herangehensweise zu definieren gilt. „Marken entstehen aus der Leistungskompetenz eines Unternehmens. Da müssen alle ihr Bestes geben, insbesondere an den Kontaktpunkten zum Kunden“, erklärt Markus Webhofer, Gründer und geschäftsführender Partner des Institute of Brand Logic. Markus Stelzhammer, Siemens AG Österreich, betonte zudem die Wichtigkeit der direkten Beteiligung des Qualitätsmanagers bei laufenden Projekten und unternehmensinternen Prozessen. Für Siemens bildet Qualität die Basis für den nachhaltigen Geschäftserfolg. Die effektive Umsetzung gängiger Qualitätsstandards ist als strategisches Ziel fest im Unternehmen verankert. Qualitätsmanager seien nicht nur wichtige Sparringpartner im Unternehmen, sonder tragen auch maßgeblich zur Zielerreichung und zum Erfolg bei.
Auch in der OMV haben Qualitätssicherung und Riskmanagement bereits deutliche Auswirkungen gezeigt. Seit dem Jahr 1990 kam es bei der OMV zu einer Reduktion der Arbeitsunfälle mit Ausfallstagen um 94%. „Einen entscheidenden Beitrag dazu hat sicherlich der hohe Automatisierungsgrad der Anlagen sowie das hohe Schulungsniveau unserer Mitarbeiter geleistet“, so Dieter Tuppinger, OMV Refining & Marketing.
SBB und Worthington Cylinders ausgezeichnet
Die Südtiroler Bauernbund Weiterbildungsgenossenschaft (SBB) wurde in der Kategorie Non Profit Organisation als Finalist ausgezeichnet. Die Entscheidung für die Nutzung des EFQM (European Foundation for Quality Management) fiel bereits 1998. Seither werden jährlich strategische Ziele festgelegt. Die Schlüsselkernprozesse wurden wiederholt angepasst. Regelmäßige Befragungen von Kursteilnehmern und Mitarbeitern zeigen Verbesserungspotenziale auf, die konsequent verfolgt wurden und zu einer deutlichen Verbesserung der Organisationsergebnisse beigetragen haben.
Die Worthington Cylinders GmbH – Qualitätsführer auf dem Gebiet der Herstellung von Stahlflaschen für technische Gase – wurde mit dem Jurypreis im Kriterium Führung ausgezeichnet. Das Unternehmen orientiert sich seit 2006 am EFQM Modell. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury war das starke Engagement von Geschäftführung und Führungskräften, die eine Kultur der aktiven Verbesserung prägen und auf den Fortschritt des Unternehmens achten.
Quality Austria veranstaltet vom 4. bis 6. Juni 2008 in der Wiener Hofburg en internationalen Kongress „Quality is back –Back to Quality. No Quality. No Business.“