Kreativität stand diesmal im Zentrum der Veranstaltung. Wie generiere ich Ideen für Verbesserungen, wie animiere ich die Mitarbeiter, Verbesserungen vorzuschlagen und was ist dabei alles erlaubt? Welche Bedingungen und welches Umfeld braucht ein lebendiger KVP-Prozess und wie hält man ihn am Laufen? Wie können Belohnungsmodelle aussehen und was ist nötig, dass Ideen auch wirklich umgesetzt werden? Und was bringt das Ganze?
„In einem kleinen Unternehmen konnten im letzten Jahr 30.000 Euro eingespart werden, weil ein Mitarbeiter einen Verbesserungsvorschlag brachte.“ „In der voest bringen Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern Millionen, aber wir müssen die richtigen Fragen stellen“, DI (FH) Martina Hofstätter, KVP-Beauftragte in der voestalpine.
Kreativität mit Methode – Grenzen öffnen, Durchmischung fördern
Die EDV-unterstütze Methode der Schweizer Ideenfabrik BrainStore wurde ebenso vorgestellt, wie bereits etablierte KVP-Prozesse in großen Unternehmen, KAIZEN-Methoden und Denkansätze von Quer- bis Vertikaldenkern. Der Tenor war ein gemeinsamer: KVP kann nur funktionieren, wenn kreative Methoden angewendet werden und die Vorgaben für die Mitarbeiter so einfach wie möglich sind. „Dabei muss das Überschreiten von Gedankengrenzen erlaubt sein, Relevantes wie Irrelevantes muss gedacht werden dürfen und man muss den Mut dazu haben“, meint der querdenkende Zeremonienmeister Werner Pfeffer von der Nomadenschule. Ebenso wichtig zur Findung neuer Ideen ist die Durchmischung von Gruppen, die an neuen Ideen für ein Unternehmen arbeiten. Je unterschiedlicher die Mitglieder einer Denkergruppe, desto vielfältiger die Inspirationen und die daraus geschöpften Ideen. Einige der Methoden wie z.B. das Brain-Race oder das Erkneten von guten Ideen konnten die Teilnehmer selber erproben. Mit extrem hohem Output: Es wurden in kürzester Zeit 704 Inspirationen gesammelt und daraus 47 konkrete Ideen extrahiert.
Was sich vom Großen auf Kleine herunterbrechen lässt
Referenten aus großen Wirtschaftsunternehmen wie voestalpine, Rosenbauer, EISENWERK SULZAU-WERFEN R. & E. Weinberger AG und vom KAIZEN-Institute stellten ihre Ansätze vor und gaben in den Sessions wertvolle Ideen und Tipps offen und auskunftsfreudig weiter. Wichtige Feststellung aller Referenten: Schwerpunkte setzen hilft.
Definierte Bereiche wie z.B. „Sicherheit und Gesundheit“, „Effizienzsteigerung im Team“ (Best-Practice-Beispiele aus der voestalpine), „Umwelt und Energieeffizienz“ (in der EISENWERK SULZAU-WERFEN R. & E. Weinberger AG) oder „Teamarbeit“, die DI Gottfried Brunbauer, Vorstand der Rosenbauer International AG als wesentlichen Bestandteil des Unternehmenserfolges sieht, machen es den Mitarbeitern leichter, sich auf einen wesentlichen Denkansatz zu konzentrieren.
Dass Erfahrungsaustausch und Netzwerken in „organisierter Form“ gerade in der aktuellen Wirtschaftslage wichtiger denn je sind, zeigte das Interesse an der Veranstaltung. Gut 60 Besucher von 36 Firmen hatten sich trotz schwieriger Zeiten zur Teilnahme entschlossen und im Plenum aufgezeigt, dass gerade jetzt KVP ein besonders wichtiger Bestandteil des Unternehmenserfolges ist.